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Die Escuela Arco Iris stellt sich vor

Begonnen hat es im Januar 1993.
Das Ehepaar Ursula und Hans-Jürgen Drews folgten einer Einladung von Freunden und verbrachten einen Urlaub in Paraguay. Bei einem Besuch im Indianergebiet des Chaco hatten sie ein tiefgreifendes Erlebnis, – das nachwirkte. Indianerkinder, in schul-pflichtigem Alter, spielten zu einer Zeit am Straßenrand, während der die Kinder in Deutschland zur Schule gehen. Auf ihre Frage: “Warum die Kinder nicht im Unterricht sind?”, bekamen sie die lakonische Antwort: “Schule für Indianerkinder gibt es hier nicht.“

Da wurde die Idee geboren:
Hier, im Chaco von Paraguay, bauen wir eine Schule.

Wenige Monate später beschließen sie die Durchführung. Ein Abenteuer beginnt!

Und am Anfang stand die Prophezeiung einiger ortskundiger Freunde: Das werdet ihr nie schaffen, dass Indianer verschiedener Stämme, Weiße und Lateinamerikaner ihre Kinder in dieselbe Schule schicken.

Es ist in Paraguay weit verbreitet, dass die Kinder nach Rasse – Indianer, Latinos, Weiße – und Glaubensrichtungen getrennt unterrichtet werden.
Dies wollten die Gründer nicht, und ihre Gedanken führten zu dem weltweit bekannten, alles verbindenden und in seiner Art einmaligen Regenbogen, -in Spanisch: Arco Iris.

Die Schule hatte ihren Namen gefunden.

Der Aufbau einer eigenen Ranch, zur Finanzierung des Baus der Schulanlage und des Lehrbetriebs, wurde von vornherein als zwingende Notwendigkeit erkannt und in den Jahren 1994 bis 1997 realisiert.

Buschland wurde gekauft, die Areale gerodet und eingezäunt. Wasserstellen waren auszuheben und anzulegen, Arbeiterwohnhaus und ein Pferch zu errichten. Personal für die Ranch wurde eingestellt. Kauf von Rindern, um mit der Zucht zu beginnen.

1998 konnten erstmals Rindern verkauft werden. Damit war Geld verfügbar, um mit den Maßnahmen für den Schulbau zu beginnen. Auch in den folgenden Jahren war durch den Verkauf von Rindern die Finanzierung des Schulprojekts maßgeblich gesichert.

Im Jahr 1999 kann der erste Schultrakt mit Klassenräume und Nebeneinrichtungen, gebaut werden. Die Außenanlage wird für Spiel und Sport hergerichtet.Ein Lehrer-Ehepaar wird für das Schulprojekt interessiert und eingestellt. Der Unterricht beginnt mit 22 Indianer-Kindern in den Klassen 1- 4.

Ein Lehrer-Ehepaar wird für das Schulprojekt interessiert und eingestellt. Der Unterricht beginnt mit 22 Indianer-Kindern in den Klassen 1- 4.

 

 

Schon nach einem Jahr Schulbetrieb erkennt das Ministerio de Educacion y Cultura Paraguays (Ministerium für Bildung und Kultur) die Schule als offizielle Bildungseinrichtung an, was durch Urkunde und die behördliche Vergabe der Basis-Nr. 6309 bestätigt wird.

Die Schülerzahl ist auf 46 (Jungen und Mädchen) angewachsen.

Schulkinder, die weiter entfernt zuhause sind, wollen nun auch „zur Schule gehen“. Ein Internatstrakt muss errichtet werden, um diesem Wunsch zu entsprechen.

Im Jahr 2003 ist das Internat verfügbar.

Eine lang anhaltende Dürreperiode führt zu einem extrem Wassernotstand. Auf den Arealen von Ranch und Schule wird vergeblich nach Wasser gebohrt. Neun Bohrungen waren negativ.

Die Not der Escuela Arco Iris hatte sich herumgesprochen. Unerwartete Hilfe kam durch die Erlaubnis einer wohlgesinnten Nachbarin, auf einer ihrer Freiflächen nach Wasser zu bohren. Man wurde fündig: Wasser in 26 m Tiefe. Eine Pumpstation konnte errichtet werden.

 

Finanziell war das Schulprojekt eigentlich am Ende.

Als letzte Rettung blieb der Gang an die Öffentlichkeit, wenn auch mit wenig Zuversicht. Doch überraschend viele meist großzügige und schnell erbrachte Spenden helfen die Krise zu meistern.

Zum Schuljahr 2004 hat sich die Schülerzahl auf 76 erhöht. Ein Schultrakt wird erweitert. Zwei weitere Lehrerinnen und ein Lehrerehepaar werden eingestellt. Unterrichtet wird jetzt in den Klassen 1–6.

Mit Beginn des Schuljahres 2005 wird die Schülerzahl 100 überschritten. Dieser Erfolg macht Mut für die zukünftigen Maßnahmen des Schulprojekts. Da für eine Jubiläumsfeier das Geld fehlte, wird in der Schule ein kleines Fest improvisiert.

Ein Jubiläumsgeschenk gibt es dann doch: Das Ministerium für Bildung und Kultur Paraguays anerkennt die beeindruckende Leistung der Escuela Arco Iris und verleiht offiziell den Status als „Ausbildungszentrum”. Das bedeutet, dass nach Abschluss der Schule eine weiterführende berufliche Ausbildung erfolgen kann. Dies wird als längerfristiges Ziel des ursprünglichen Schulprojekts festgelegt.

Für das neue Schuljahr (2006) ist der Schulbetrieb um die Klassen 7–8 zu erweitern. Dazu vergrößert sich der Lehrkörper um zwei weitere Lehrer. Der Bau eines Lehrerhauses wird erforderlich und vollzogen. Auch der Schulbetrieb verlangt zusätzliche Klassenräume.

Zum Schulbeginn im Februar 2007 wird in den Klassen 1–9 unterrichtet. Die Schülerzahl hat sich weiter auf 133 Kinder (Mädchen und Jungen verschiedener Hautfarbe und unterschiedlicher Glaubensrichtungen) erhöht, davon leben 53 Kinder im Internat.

Die Lehrerschaft besteht nun aus 6 Personen: Zwei Lehrer-Ehepaare und zwei Lehrerinnen. Zur Betreuung aller sind eine Köchin und Heimeltern tätig.

Dieses starke Wachstum erforderte entsprechende bauliche Maßnahmen. Das bedeutete: weitere Schulräume, zweites Internatsgebäude, zweite Lehrerwohnung, Ausbau des Versorgungsbereiches und gezielte Gestaltung von Außenanlagen.

Das Areal der Schulanlage beträgt 60000 m² Der Gebäudekomplex besteht aus zwei Schulgebäuden mit 6 Schulräumen, 2 Lehrerhäusern mit 3 Wohneinheiten, zwei Internatsgebäuden, getrennt für Mädchen und Jungen, mit je 8 Schlafräumen; sanitäre Einrichtungen. Küche mit Lagerraum. Aufenthaltsraum im Internat, überdachte Vorräume (Schattendächer). Im Außenbereich befindet sich ein Platz für Festlichkeiten und Versammlungen, Sportplätze für Volleyball und Fußball, …

Die Escuela Arco Iris hat sich in nur 6 Jahren, rascher als zu erwarten war, als anerkanntes Bildungs- und Ausbildungszentrum durchgesetzt. Diese Entwicklung, verbunden mit den eigenen Erkenntnissen und Erfahrungen der Gründer (Ehepaar Ulla und Hans-Jürgen Drews) vor Ort seit 1993, haben deutlich bewusst gemacht, dass die bisherige Form des Managements der Schule einer grundlegenden Änderung bedarf. Verschiedene Möglichkeiten wurden bedacht, erörtert und auch wieder verworfen. Die optimale Lösung zeigte sich in der Gründung eines Vereins.

Am 8. September 2006 wird die „Patrocinadores de la Escuela Arco Iris“ gegründet und das Präsidium gewählt, um die Verantwortung für das Schulprojekt auf eine breitere Basis zu stellen. Die offizielle Gemeinnützigkeit wird beantragt, die dann im Juni 2007 von der Behörde erteilt wurde. Damit ist für die Sicherung der Finanzierung der Schule ein weiterer Weg geöffnet. Jetzt können Spenden von Firmen, Institutionen und Privatpersonen förmlich bestätigt und von diesen dadurch nachgewiesen und geltend gemacht werden.

14 Jahre später, im Frühjahr 2007, als das Ehepaar Ursula und Hans-Jürgen Drews Paraguay “Ade” sagen musste und nach Deutschland zurück gekehrt ist, durfte eines festgestellt werden:

Die obige Prophezeiung – aus dem Gründungsjahr 1993 – hat sich nicht bewahrheitet,
worüber allseits große Freude herrscht.

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Die Escuela Arco Iris wollte sich Ihnen hier als beachtenswerte Bildungseinrichtung vorstellen, die zuversichtlich der Zukunft entgegensehen kann.

Was bisher erreicht wurde darf alle, die dabei mitgewirkt haben, mit Stolz erfüllen, sollte aber auch dazu beitragen, sich den Herausforderungen zu stellen, welche künftig zu erwarten sind.

Unser Selbstvertrauen hat berechtigte Gründe, die auch als Ausdruck des Erfolges eines privaten Engagements gewertet werden dürfen. Sie sollen den Schlusspunkt unserer Vorstellung bilden:

  • Die Escuela Arco Iris hat die Region im Chaco von Paraguay verändert.
  • Die Menschen der Region insbesondere die Indianer, haben Vertrauen gewonnen und anerkennen den Wert „von Bildung“ für ihre Kinder.
  • Lehrer und Schüler prägen gemeinsam das Bild „ihrer“ Schule, die auch über die Region hinaus beachtet wird.
  • Förderer und Freunde haben geholfen und helfen auch weiterhin, dass die Escuela Arco Iris ihre überzeugende Performance bewahren kann.
  • Die offizielle Anerkennung der Schule durch die Regierung (von Paraguay) als vollstufige Bildungseinrichtung.
  • Die Auszeichnung durch den Gouverneur von Boqueron als „eine seiner schönsten, saubersten und diszipliniertesten Schulen“.
  • Die Auszeichnung des Lehrers und Schulleiters Sixtus Mongelos durch das Ministerium als “einer der besten Lehrer Paraguays“.

Wir hoffen, dass wir Ihnen darstellen konnten, was geschaffen wurde und erhalten bleiben soll. Wenn Sie dazu etwas beitragen wollen, wofür wir Ihnen schon jetzt herzlich Dankeschön sagen, dürfen wir Sie auf unser Spendenkonto hinweisen:

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